Das Stück


Urs Widmers Zeitstück Top Dogs erregte die Zuschauergemüter über einen Umkehrtrick: nicht die gesellschaftlich geächteten Underdogs sind die tragischen Helden des Dramas, sondern Topmanager - gewöhnlich selbst zuständig für Rationalisierungsmaßnahmen - geraten in die Globalisierungsfalle und werden arbeitslos. In einer Therapie-Gruppe sollen die angeschlagenen Führungskräfte wieder fit gemacht werden für neue Aufgaben. In Rollenspielen verliert selbst der gefasste Controller die Kontrolle; hinter der zu Fleisch und Blut gewordenen Business-Sprache kommen businessgeschädigte Persönlichkeiten zum Vorschein. Die selbstreflektorischen Therapieversuche der "Top Dogs", ungerechtfertigte Scham- und Schuldgefühle zu überwinden, müssen scheitern, denn nur wer sich uneingeschränkt in die Strukturen eines Unternehmers einbinden lässt, ist ein wirtschaftlich funktionierender Mensch. Oder selbst der nicht?

Wenn weder Psychokurse noch eine arbeitnehmerfreundliche Kündigungskultur helfen, was dann?