Pressestimmen


Am 20. 10. 2008 in der "Schwäbischen Zeitung"

Wenn Licht die Dunkelheit durchbricht


VON NUSRETA DZAFERI
... Zwischenmenschliche Beziehungen als komisch-satirisches Spiel mit Licht und Schatten, Sein und Schein, Hoffen und Bangen. Das ist der Boden, auf den sich das Theater "Katafalk" mit dieser Inszenierung bewegt. Mit "Black Comedy" wollte das Ensemble eine etwas leichtere Kost auf die Bühne bringen. Die Komödie ist eine von insgesamt acht Produktionen von "Katafalk". Die Stücke sind gesellschaftskritisch, behandeln Gegenwartsprobleme. Nach "Top Dogs" und "King Kongs Töchter" schaffte es das Amateurtheater unter der Leitung von Bernd Köhler, das Laupheimer Publikum auch zum dritten Mal zu begeistern.



Am 13. 10. 2008 im "Schwäbischen Tagblatt"

Bei Lichte besehen


VON ALEXANDER WEMER
... Und dann das: Kurzschluss. "Dieser Abend wird eine vierkarätige, in Gold gefasste Katastrophe", ahnt der mittellose Bohemien.

Dass eine solche den etwa 70 Zuschauern am Wochenende in der Sudhaus Peripherie freilich erspart blieb, lag am engagierten Spiel der Amateurtheatergruppe Katafalk und dem originellen Kunstgriff des Stücks, der seinem Autor dereinst selbst zum Durchbruch verhalf: während die schwarze Komödie in einer stockdunklen Wohnung spielt, ist die Bühne taghell erleuchtet. Ein dramatisches nomen est omen also und eine Umkehrung der Verhältnisse, in der die Darsteller zwischen falschem Licht und Dunkel hin und her tapsten und das Publikum jeden "Fehltritt" sah. Damit vollzog sich die von Bernd Köhler inszenierte Handlung in ansonsten vergnüglichem Klamauk, der sich mitunter leider etwas abnutzte und klischeehaft wirkte; manchmal aber auch voll ins Schwarze traf: in der stimmlichen Eigenart bei der Übertragung ins Deutsche legte Rudolf Renner den britischen Colonel Melkett mit herrlich preußischer Berliner Schnauze an, der die Situation stets auf den Punkt kläffte:
"Das Problem: Dunkelheit. Die Lösung: Licht. Die Waffen: Streichhölzer und Kerzen." Szenenapplaus. Dass auch nicht alles saß an diesem Abend, verursachte höchstens Schmunzeln allerorts: beim Wiedersehen und Bettbalgen zwischen Brinsley und seiner unverhofft aufgetauchten Ex-Braut Clea (Bärbel Schwerdt) verrutschte den Darstellern schon mal die Perücke.

Dem Publikum gefiel die Rolle des Voyeurs, ermöglichte der Stromausfall neben Täuschungs- und Verwechslungsszenen doch auch die Auflösung von Brinsleys Lügengerüst, die Wahrheit über den "schicken Blender" (Clea). Schließlich wird die Frage, ob es auf dem Weg zum kommerziellen Erfolg nicht ein wahres Künstlerleben im Falschen gibt, so verrechnet: Was hinter der Marketing-Maskerade steckt, ist und bleibt grotesk. Das Licht geht aus. Begeisterter Beifall.