Benn Kobler

traudel Benn Kobler: Wie ich zum Theater kam
Schon bei meiner Geburt (in einem kleinen Dorf, ein kleiner, aber feiner Jahrgang) soll ich einen unüberhörbaren Auftritt hingelegt haben.

In der Schule liebte ich das Vortragen von langen Gedichten (Balladen wie "Der Knabe im Moor" oder "Die Füße im Feuer") und das Verkleiden. Sonst muss ich bedauerlicherweise mit Erich Kästner sagen: "Ich war ein patentierter Musterknabe - es tut mir heut noch leid!"

In den vier letzten Schuljahren, die ich in beinah klösterlichen Mauern hinbrachte, floh ich vor der überall drohenden Arbeit in die Bücher, ans Klavier und in die Theater-AG. Highlights dieser Zeit waren ein erster kurzer Fernsehauftritt und die Rolle als König (in einem selber übersetzten Stück von G. B. Shaw), der die Lehrer und den Schulleiter vor sich knien ließ! Solche euphorisierenden Momente habe ich im Theater immer wieder gesucht!

Nach meinem Studium habe ich schließlich Examen gemacht. Während dieser Zeit organisierte ich die "Wiedergeburt" einer Studentenbühne und spielte selber mit.

Die Familie (zwei Frauen, zwei Töchter, zwei Söhne) sorgte für eine längere Theaterpause, der Beruf kam notgedrungen auch dazu.

Ab 1992 ließ ich mich an der Theaterwerkstatt Reutlingen zum Spielleiter ausbilden, begegnete dort Bernd Köhler und im Lauf der Zeit all den Leuten, die zum "Theater Katafalk" wurden: seit 1995 spiele ich mit ihnen.

Jetzt bin ich aus einer kurzen Katafalk-Pause zurück - mit einem Gastspiel im Metzinger Keltern-Musical - und freue mich auf Neues.

In den letzten Jahren trete ich immer wieder als Erzähler orientalischer Märchen mit der Tanzgruppe "Arabische Impression" auf.

Meine Traumrolle wäre der Liebhaber schöner und intelligenter Frauen in einem Stück von Oscar Wilde (z. B. "The Importance of Being Earnest").

Besondere und eher den schwäbischen Rahmen sprengende Erfahrungen habe ich als Universitätslektor in Hiroshima (Japan) gemacht; japanische Musik-, Tanz- und Theaterformen wie Noh, Bunraku, Kabuki oder Butoh faszinieren mich bis heute.