Chronik

Die meisten Mitglieder haben einmal bei der „Theaterwerkstatt Reutlingen” im Rahmen der LAG (früher: „Landesarbeitsgemeinschaft Theater”, jetzt „Landesarbeitsgemeinschaft Theaterpädagogik”) begonnen. Sie machten dort die Spielleiterausbildung und spielten im Rahmen dessen Amateurtheater.

Im Herbst 1995 suchte Otto Seitz (Gründer der Theaterwerkstatt Reutlingen und einst langjähriger Leiter der LAG) eine Gruppe von Schauspielern, die unter der Regie von Bernd Köhler für das 10-jährige Jubiläum der LAG das russische Revolutionsmärchen „Die drei Dicken” von Juri Olesa spielen sollten.

Unter den 17 Schauspielern dieser Inszenierung waren acht, die es nicht bei dieser einen Inszenierung lassen, sondern zusammen mit Bernd Köhler weiter machen wollten. Dazu stieß noch Rudolf Renner (der vorher schon mit einigen Theater gespielt hatte). 1997 entschied man sich nach langem Leseprozess für das Stück „Tango” des polnischen Autors Slavomir Mrozek, das zum ersten Mal im Mai 1998 und dann wieder mit etwas geänderter Rollenverteilung 1999 aufgeführt wurde. Bei dieser Aufführung stieß Ulli Bost als Techniker zur Gruppe.

Als wir 1999 feststellten, dass wir schon danach süchtig waren miteinander zu spielen (in Japan sagt man: Wer dreimal hintereinander bettelt oder Theater spielt, kann es nicht mehr lassen) und wir also merkten, dass unsere Gruppe Bestand haben würde, musste ein Name her.
Bei einem der legendären gemeinsamen Essensabenden bei Margret kam es zu einem grandiosen Brainstorming. Unter über hundert Vorschlägen und Einfällen (darunter so geniale wie „Russische Eier”) tauchten „Katafalk” und „Katafalken” immer häufiger auf.
In der Endausscheidung (mehrfache Wahlgänge waren bei diesem Enklave nötig) siegte der Name „Theater Katafalk” ... Aber wer, der den „Tango” nicht gesehen hat, weiß schon was ein Katafalk ist? Die makabre Assoziation passt auf jeden Fall zu uns und unseren Stücken.

Nach dem großen Erfolg griffen wir 2000 zu etwas Neuem, dem 1998 entstandenen, 1999 auf den Mülheimer Theatertagen preisgekrönten Stück „Gäste” von Oliver Bukowski. Für diese Inszenierung übernahm Günther Seywirth aus Stuttgart die Ausstattung und entwarf ein überaus eindrucksvolles Bühnenbild. Gespielt wurde im Mai, Juli und September 2000 in Tübingen, Reutlingen, Nürtingen, Freiburg, Stuttgart und Ostfildern-Nellingen.

Gleich anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Stück, erschwert durch das zeitweilige Ausscheiden von Margret Greiner und Gabriele Stillings. Die Wahl fiel schließlich auf „Die Toscana-Therapie” von Robert Gernhardt, das am 10. November 2001 im Sudhaus in Tübingen Premiere hatte und anschließend auch in Reutlingen aufgeführt wurde.
Die Wiederaufnahme begann erfolgreich im April 2002. Für die Inszenierung von „Die grüne Tür oder Medea bleibt” von Gerlind Reinhagen übernahmen Studenten der FH-Biberach als Projektarbeit den Bühnenentwurf und die Herstellung.

Da Gertrud Hermle-Magg und Margret Greiner uns aus beruflichen Gründen verlassen mussten, suchten wir neue Darsteller und freuten uns, dass so erfahrene Theaterleute wie Iris Nullmeier und Didier Schniegel zu uns stießen. In der Inszenierung von „Hysterikon” von Ingrid Lausund im Jahr 2005 traten beide zum ersten Mal auf. Iris Nullmeier verließ uns bald, da sie als Profi in die Theaterarbeit wechselte.

Im Jahr 2006 erfolgte die Premiere von „Top Dogs” von Urs Widmer. Für die nachfolgende Inszenierung „King Kongs Töchter” von Theresia Walser stießen Waltraud Balmer und Myriam Meyer zu uns. Myriam kehrte nach Abschluss ihrer Theaterpädagogik-Ausbildung in Stuttgart in die Schweiz zurück.

Seit den letzten drei Inszenierungen: „Lehrernacht” von Bodo Kirchhoff, „Die Kriegsberichterstatterin” von Theresia Walser und „Hilfe, das Volk kommt!” von Dario Fo spielen Anja Landenberger und Tanja Möck im Ensemble mit.

Mo Lange wirkt seit 2010 als Bühnen- und Kostümbildnerin beratend und tätig im Hintergrund.
Lucia Engler übernahm im Rahmen ihrer Theaterpädagogik-Ausbildung bei der LAG Reutlingen die Aufgabe der Regieassistenz bei „Hilfe, das Volk kommt!”, Premiere 2011.